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Freilichttheater Aarau Die Abenteuer des Don Quijote |
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Rückblick 2005 "Das Leben des Heinrich Pestalozzi"
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Projektbeschreibung
Spanien, anfangs des 17. Jahrhunderts. Alonso Quixadas Traumwelt ist bevölkert von heldenhaften Rittern, die für stolze Ideale kämpfen. Inspiriert von all den wunderbaren Geschichten, beschliesst der phantasievolle Mann, selbst das Abenteuer zu suchen. Aus Don Quixada wird Don Quijote de la Mancha und aus seinem ausgemergelten Pferd wird das Schlachtross Rosinante. Den Bauern Sancho Pansa ernennt er zu seinem Knappen und das Bauernmädchen Aldonsa wird zur edlen Dame Dulcinea. Ihr zu Ehren nimmt er seinen grossen Kampf auf: Der Kampf der Träume gegen die Macht der Realität. Mit dem Don Quijote hat sich das Freilichttheater Aarau einen Stoff ausgesucht, der zur Weltliteratur gehört. Wer kennt die Bilder von dieser langen, dürren, ausgemergelten Figur nicht, die durch die wilde Landschaft Spaniens reitet? Und wer kennt Sancho Pansa nicht, der brav und skeptisch auf seinem Esel mithottert? Es sind unvergleichliche Figuren, und wir wollen auf dem Schlossplatz in Aarau mit Flamenco – Musik und einer historischen Ambiance die Welt des Don Quijote wiederaufleben lassen. Es geht uns darum, einen spannenden und unterhaltsamen Stoff zu zeigen, der gleichzeitig auch viel Tiefgründiges beinhaltet. Denn steckt nicht in jedem von uns eine Träumerin oder ein Träumer? Und haben wir manchmal einfach nicht den Mut, zu unseren Träumen und Phantasien zu stehen? In unserem Stück wird aufgezeigt, dass man ruhig zu seinen Träumen stehen soll, und dass ein Leben voller Phantasie möglich ist, auch wenn alle andern Leute denken, man wäre ein bisschen verrückt. Die Geschichte Don Quijote befindet sich in einer existenziellen Krise und wird sich der unbefriedigenden Langeweile seines Lebens bewusst. Die Lektüre von unzähligen Ritteromanen vermögen ihn nicht länger abzulenken, und er beschliesst, aktiv zu werden und zu handeln. Fasziniert von der Welt der Burgen und Ritter, will er künftig als edler Ritter die Schwachen gegen die Mächtigen beschützen, die Unterdrückten befreien und sich allem Unrecht dieser Welt in den Weg stellen. Getrieben von der Liebe zu seiner Herzensdame „Dulcinea del Toboso“ schafft er überall Unordnung und wird dafür verhauen und verlacht. Sein Knappe Sancho Pansa ist ein schlauer Bauer, der Don Quijotes Visionen keineswegs teilt. Aber erfüllt vom Wunsch nach unermesslichen Reichtümern und dem Besitz einer Insel folgt er seinem Herrn in alle Abenteuer. Don Quijote ist der geborene Verlierer. Seine gut gemeinten Taten enden fast immer mit Prügel. Aber gerade durch seine Unbeirrbarkeit und sein mannhaftes Scheitern wird er zu einer Figur, die das Herz wärmt und äusserst liebenswert wird. Die Auseinandersetzung zwischen Ideal und Wirklichkeit, zwischen Sein und Schein, Narrheit und Vernunft ist das Thema des Romans. Er kämpft mit allen Mitteln für seine Träume und löst dadurch in seinem Umfeld viel Widerstand und Protest aus. Man will keinen irren Träumer im Haus, aber gleichzeitig belebt Don Quijote durch seine Art alle Menschen in seiner Umgebung. Erst am Ende des Stückes, als er den entscheidenden Kampf verliert, findet er schlussendlich zu Ruhe und Gelassenheit. Als viertes Kind ziemlich verarmter Adeliger wird Miguel de Cervantes Anfang Oktober 1547 in einer Kleinstadt nahe Madrid, in Alcala de Henares, geboren. Schon früh befällt ihn die Lesegier. Er besucht die Universität Salamanca und dichtet dort fleißig Sonette. Doch der Zwang, Geld zu verdienen, mehr vielleicht noch Abenteuerlust treibt den Zweiundzwanzigjährigen dazu, sich als Kämmerling bei dem gelehrten päpstlichen Legaten Giulio Aquaviva zu verdingen und mit ihm nach Rom zu gehen. Nur kurze Zeit blieb er bei dem Kardinal: die Stellung als besserer Kammerdiener mochte ihm nicht behagen. Und da die Christenheit gerade gegen den Halbmond rüstete, so ging Cervantes als gemeiner Soldat in den Kriegsdienst. In der Seeschlacht von Levanto wurde seine Hand zerstümmelt. Er tat sich als Soldat durch seinen Mut derart hervor, dass ihm Juan d'Austria und der Herzog von Sesa persönlich Empfehlungsschreiben mitgaben, als er den Dienst quittierte. Als Cervantes mit den Schreiben ausgestattet auf dem Heimweg ist, wird seine Galeere aber von algerischen Seeräubern überfallen, und Cervantes gerät in Sklaverei. Bald entwickelt er sich zum Haupt der Gefangenen und plant die gemeinsame Flucht. Er wird verraten und nach Algier gebracht. Sein Vater gibt sein gesamtes kleines Vermögen her, seine Schwester ihre Mitgift, - darauf lässt man seinen gleichfalls gefangenen Bruder frei, ihn nicht. Der Bruder verspricht, ihn zu befreien, - die Hoffnung erfüllt sich nicht. Wieder flieht Cervantes und verbirgt sich wochenlang mit 14 anderen spanischen Edelleuten in einer Höhle an der Küste. Zwei Versuche, von einer Fregatte aus die Entflohenen zu retten, schlagen fehl, - die Sklaven geraten in die Gewalt des Deis von Algier, Hassan Aga. Cervantes gibt sich für den allein Schuldigen aus, um durch seinen Tod die Freunde zu retten. Dieser Mut imponiert dem Dei; Hoffnung auf ein hohes Lösegeld bestimmt ihn, von der Hinrichtung des einhändigen Spaniers abzusehen. Er lässt ihn aber in Ketten legen. Im dritten Jahre der Gefangenschaft wird ein Brief von Cervantes an den Statthalter von Oran abgefangen, der Bote wird gespießt, der Dichter zu zweitausend Peitschenhieben verurteilt. Er wird noch einmal begnadigt. Nach weiteren Fluchtversuchen und Bestrafungen wird er schließlich von Trinitariermönchen freigekauft. Mutter und Schwester hatten zur Aufbringung der 300 Dukaten fast das Letzte geopfert. In Sklavenkleidung, aber frei, betritt Cervantes nach fünfjähriger Gefangenschaft spanischen Boden.
Bedeutung "El ingenioso hidalgo Don Quixote de la Mancha" ist zweifellos eines der wichtigsten Bücher der Weltliteratur, ganz zu schweigen von seiner Bedeutung im spanischsprachigen Raum. Dieser Ritter hat bald nach seiner Geburt ein eigenes Leben als literarische Figur entwickelt, die Cervantes, der wohl ursprünglich eine kurze, herbe Parodie auf die damals populären Rittergeschichten schreiben wollte, völlig mitgerissen hat. Jedoch nur vordergründig betrachtet ist der Don Quijote eine Parodie auf Ritterromane. Das zentrale Thema Cervantes' ist - wie bei seinem Zeitgenossen William Shakespeare – die Frage, was in unserer Umwelt Wirklichkeit ist und was Traum, der Konflikt zwischen Ideal und Realität. So ist Don Quijote durch die Jahrhunderte geritten und hat vielfältige Interpretationen erfahren: Das Meisterstück des Autors wurde gesehen als Parodie auf die Ritterromane seiner Zeit, als Darstellung eines heroischen Idealismus, als Traktat über die Ausgrenzung des Autors selbst oder auch als Kritik an spanischem Imperialismus. Viele Künstler haben Bilder von Don Quijote und seinen Geschichten gemalt, unter ihnen Grandville, Salvador Dalí und Pablo Picasso. Salvador Dalí hat unter anderem die Illustrationen zu einer Don Quijote-Ausgabe gezeichnet, die im Original im Dalí-Museum in Paris zu sehen sind. Der spanische Schriftsteller Vicente Blasco Ibáñez widmete ihm im französischen Exil in seinem Garten Jardin Fontana Rosa in Menton einen Bilderzyklus aus Keramik. |
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