Freilichttheater Aarau

Die Abenteuer des Don Quijote

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Rückblick 2005 "Das Leben des Heinrich Pestalozzi"


Freitag, 21. Juli 2006, Wynentaler Blatt Nr. 58 REGION Aarau: 9. Auflage des Open-air-Theaterspektakels

Blitz und Donner mit Don Quijote

Bereits neun Jahre ist es her, dass Peter Voellmy sein erstes Open-air-Theaterspektakel auf dem Aarauer Schlossplatz inszenierte. Mit Don Quijote hat er sich an mystischen Stoff herangemacht, der anlässlich der Premiere durch Blitz und Donner noch realistischer wurde..

Die Flamenco-Tanzgruppe La Rubia und spanische Gitarrenmusik, höchst subtil dargeboten von Stephan Hunziker, schaffen gleich zu Beginn die für das Stück erforderliche spanische Atmosphäre, die bis zuletzt durchgehalten wird, obwohl in Mundart gespielt wird. Mystik umgibt Alonso Quixada, welcher vor lauter Lesen von Ritterromanen zwischen Dichtung und Wirklichkeit nicht mehr unterscheiden kann und schliesslich als Don Quijote für das Gute auf dieser Welt in den Kampf ging. Dieses mystische Ambiente wurde anlässlich der Premiere noch getoppt, als ein heller Blitz dem Schlössli einen Heiligenschein verlieh, gefolgt von einem mächtigen Donnerschlag, just in dem Moment, als Don Quijote seine Huldigung an die angebetete Dulcinea beendete.

Ideale Besetzung

Mit dem grossgewachsenen, schlacksigen Willi Müller fand Peter Voellmy eine ausgezeichnete Charaktere für Don Quijote. Ungewohnt aber treffend ist Beat Unternährer, welcher in die Rolle des unterwürfigen Sancho Pansa schlüpft und diese ebenso exzellent spielt. Sein gesunder Sinn für Realität kommt zwar immer wieder zum Ausdruck, er kann damit aber die Verrücktheit seines Herrn Gebieters nicht abwenden und folgte ihm auf Schritt und Tritt treu ergeben. Sowohl Don Quijote auf seiner «Rosinante» wie auch Sancho Pansa auf seinem Esel sind an Situationskomik kaum noch zu übertreffen, die Szenen ernten frenetischen Beifall.

Publikum kommt nicht zur Ruhe

Das Geschehen spielt sich auf zwei Bühnen und sogar vor der Bühne ab. Dies erlaubt schnelle Szenenfolgen, so dass das Publikum kaum zur Ruhe kommen kann. Es gibt immer etwas zu sehen, die Spannung lässt nie nach. Neben den beiden Hauptdarstellern hat Peter Voellmy eine Theatertruppe an seiner Seite, die weiss, um was es geht und mit grossem Enthusiasmus dabei ist. Die Faszination Theater, Freilichttheater, hat alle ausnahmslos gepackt. Eines der mitspielenden Kinder lässt sich die Auftritte nicht einmal durch einen lädierten Fuss nehmen. Mutig geht sie mit Krücken auf die Bühne. Die Flamenco-Darbietungen sind einsame Spitze.

     
AARAU
Spanische Fantasien auf dem Schlossplatz
 
 
Mit einer von Wetterglück begleiteten Premiere wurde auf dem Aarauer Schlossplatz die Spielzeit 2006 des Sommer-Freilichttheaters eröffnet. Peter Voellmy hat Ausschnitte aus «Don Quijotes Abenteuer» in Szene gesetzt.
Mit der Bearbeitung einzelner Kapitel aus dem weltberühmten Roman «Don Quijote» von Miguel de Cervantes (1547-1616) hat sich der Aarauer Autor und Regisseur Peter Voellmy an eine schwierige Aufgabe herangewagt.

Fasziniert von der Welt der Burgen und Ritter will Don Alonso Quixadas als edler Ritter Don Quijote de la Mancha die Schwachen gegen die Mächtigen beschützen, die Unterdrückten befreien und sich allem Unrecht entgegen stellen. Getrieben von der Liebe zu seiner Herzensdame Dulcinea del Toboso schafft er überall Unordnung und wird dafür verprügelt und verlacht.

Das Machbare ausgewählt

Vieles aus dem 1100 Seiten starken Roman ist für die Bühne völlig ungeeignet. So hat Voellmy denn klare Schwerpunkte gesetzt: Kampf der Träume gegen die Macht der Realität, Geld und Familie, Liebe. Entstanden ist eine Art Volksstück mit Tanz und Musik.

Die auf die Bühne gebrachten Szenen sind geschickt ausgewählt. Sie leben zum Teil auch von der Fiktion. Auffällig ist die starke Prägung des Textteils von Wiederholungen. Don Quijote offenbart immer wieder seine Ideale, Sancho Pansa sein Leben als Pantoffelheld und seinen Anspruch auf Lohn. Eine Kürzung zugunsten einer weitern Szene, die der Autor geschrieben und leider weggelassen hat, wäre zu begrüssen gewesen.

Ein hervorragendes Duo

Mit Willy Müller als Don Quijote und Beat Unternährer als Knappe Sancho Pansa steht ein ideales Paar auf der Bühne. Der wortgewaltige Träumer und Spinner Don Quijote mit seiner gewählten Sprache und seinen schwungvollen Bewegungen und der einfache, aber mit Klarsicht versehene Sancho Pansa könnten in ihrer Gegensätzlichkeit nicht besser dargestellt werden. Das gilt selbst, wenn sie auf dem Pferd beziehungsweise auf dem Esel daher geritten kommen.

Die perfekten, farbenfrohen Einlagen von Katharina Serradilla und ihrer Talentgruppe «Sangre joven» aus der Flamenco-Tanzschule La Rubia (Aarau) bringen echte Glanzpunkte in die Aufführung. Schwerarbeit leistet der Musiker Stephan Hunziker, der verschiedene Szenen kraftvoll untermalt und als subtiler Liedbegleiter ebenfalls auf der Bühne auftritt.

Verschiedene Spielerinnen und Spieler entpuppen sich in Voellmys Liedern, denen er einen erzählenden Charakter zugeordnet hat, als versierte Sängerinnen und Sänger. Das Premierenpublikum spendete allen Beteiligten lang anhaltenden Schlussapplaus. (mz/hzb/)
     

Presse / Fotos

Grössere Auflösungen können bei Peter Voellmy bestellt werden.

Antonia / Sancho Pansa

Willi Müller als Quijote


Die herrliche Zuschauertribüne des Freilichttheaters


Das Schlössli als malerischer Hintergrund jeder Produktion